Gemeinsam an die Weltspitze: Degenstützpunkte Rheinland stellen Konzept vor

02 September 2015
Auf einer Pressekonferenz vom 16.Mai 2013 im Deutschen Sport- und Olympia-Museum Köln
stellten die Vereine Solingen, Leverkusen und Bonn unter Moderation von DFB-Sportdirektor Sven
Ressel ihr gemeinsames Konzept zur Etablierung einer „Talentschmiede Rheinland“ für Degenfechten
vor.

"Noch vor zwei Jahren hätte ich nicht gedacht, dass einmal alle Vertreter der drei Leistungsstützpunkte
auf einem Podium stehen würden“, so Emmo Kawald, Präsident des Rheinischen Fechter-Bundes.
Nun aber war es soweit und die drei Vereinsvertreter Peter Wirtz (WMTV Solingen), Gudrun
Nettersheim (OFC Bonn) und Dieter Böcker (TSV Bayer 04 Leverkusen) konnten vor der
Presse über ihr neues Konzept berichten.

Das Konzept beginnt bereits mit gezielten Talentsichtungsmaßnahmen im Grundschulalter. „Derzeit
haben wir mit vielen Konkurrenzsportarten, wie Fußball, Handball und Leichtathletik zu kämpfen.
In diesen Sportarten wird versucht, bereits in den untersten Klassen Kinder für die Sportart
anhand eines Talentsichtungskonzeptes zu gewinnen. Wir wollen diese Möglichkeiten auch für den
Fechtsport nutzen.“, so Peter Wirtz, der als Leiter der NRW- Eliteschule des Sportes in Solingen in
dem Ressort eine große Erfahrung mitbringt. In Leverkusen bringt die sehr gute finanzielle Anbindung
an den Bayer-Konzern die großen Möglichkeiten einer dualen Karriereplanung mit sich. Abteilungsleiter
Dieter Böcker aus Leverkusen schwärmte darüber hinaus über die Trainingsmöglichkeiten
auf Grund der örtlichen Nähe der drei Städte Bonn, Leverkusen und Solingen, die selbst
europaweit kaum zu überbieten sind. „Jeder Standort hat einige Topleute. Wenn diese alle zusammen
trainieren, haben wir eine unglaublich starke Trainingstruppe“, so Böcker in seinem
Statement. Der OFC Bonn verfügt schon seit vielen Jahren über sehr gute Trainer und die Möglichkeit,
gezielt Vorbereitungslehrgänge für Leistungsfechter und Fortbildungsmaßnahmen für die
örtlichen Trainer im Rheinland durchzuführen. Schwerpunkt bei diesen Lehrgängen soll nicht nur
das Fechterische sein, sondern auch eine gezielte Verbesserung der Athletik, die als sportliche
Basis in der heutigen Zeit unerlässlich ist. Auch mit dem angebundenen Sportinternat verfügt Bonn
bereits schon über eine historische Talentschmiede, so sind beispielsweise Spitzenfechterin Imke
Duplitzer sowie der mehrfache Florett-Weltmeister Peter Joppich ehemalige Schüler des Internates.
Koordiniert und unterstützt werden soll der Degenstützpunkt Rheinland von einem Leistungssportkoordinator
für Fechten NRW, für den die abschließenden Einstellungsgespräche durch die Fechterbünde
Nordrhein und Westfalen derzeit geführt werden.

Olaf Kawald, der als Fachbereichstrainer Säbel des Deutschen Fechter-Bundes mit seinem eigenen
Stützpunkt für Säbel in Dormagen national wie international für Furore sorgt, antwortete auf
Nachfrage der Presse zum gemeinsamen Konzept der drei Degenstandorte „Ich bin neidisch,
wenn ich diese Entwicklung in der Kooperation der drei Standorte sehe. Solche Modelle brauchen
wir in Deutschland häufiger“.
Neben Emmo Kawald, der als Präsident des Rheinischen Fechter-Bundes voll des Lobes über das
neue Projekt war, zeigte sich auch DFB-Sportdirektor Sven Ressel höchst zufrieden mit der Entwicklung
des Fechtsports in Nordrhein-Westfalen: „Ohne NRW würde der Deutsche Fechtsport im
Säbel, im Florett und im Degen seine Strahlkraft einbü.en“.
Zumindest finanziell ist die neue Arbeitsgemeinschaft jetzt schon ein Erfolg: Dank Unterstützung
des Landes NRW konnte in Leverkusen und in Solingen jeweils ein neuer Landestrainer und in
Bonn ein neuer Honorartrainer für den Nachwuchsbereich eingestellt werden. Für das nächste
Ziel, langfristig Medaillen bei den olympischen Spielen einzufahren kann die Motivation kaum größer
sein.