Erfolgreicher Saison-Vorbereitungslehrgang in Bütgenbach

02 September 2019
Vom 18. bis 24. August fand unter Leitung von Henri Jansen im belgischen Bütgenbach für den Nachwuchs aus den Jahrgängen 2003 bis 2008 ein Vorbereitungslehrgang auf die Saison 2019/20 statt, der bei Fechtern aller Waffen auf positive Resonanz stoß. Hier ein ausführlicher Bericht aus Sicht eines Teilnehmers:
 

Trainingslager Bütgenbach/Belgien RFB-Saisonvorbereitung für 2019/20
Von Björn Witt, Aachener FC, 16 Jahre

Am Sonntag, dem Anreisetag, regnete es wie aus Kübeln. Glücklicherweise war für den Rest der Woche besseres Wetter vorhergesagt, was sich als richtig herausstellte und wir hatten viele sonnige Tage in Bütgenbach.

Ein sehr nettes und hilfsbereites Trainer- und Betreuerteam aus verschiedenen Vereinen des Rheinischen Fechterbundes erwartete mich bereits. Nachdem alle ihre Zimmer bezogen hatten, gab es ein kurzes Kennenlerntreffen. Ich stellte fest, dass - neben mir als ältestem Teilnehmer - nicht nur sportbegeisterte Kinder zwischen 9-14 Jahren aus unterschiedlichen Vereinen und Waffenkategorien des Rheinischen Fechterbundes vor Ort waren, sondern dass dieses Angebot auch das ein oder andere Kind aus einem anderen Landesfachverband beziehungsweise aus dem Modernen Fünfkampf angesprochen hatte. Leider war meine Altersklasse hingegen spärlich vertreten, obwohl das vielseitige Sportangebot auch für mich eine tolle Saisonvorbereitung darstellte. So wurde ich von den Trainern, Betreuern und den Kindern zum “großen Bruder” auserwählt. Dadurch kam ich zu “32 jüngeren Geschwistern”, die mich zum Teil ordentlich auf Trab hielten, sei es bei Fragen beantworten, freizeitlichem Fangen/Verstecken spielen, etc…

Auch wenn es z.B. “Unstimmigkeiten” wie beim Thema “AUFRÄUMEN” und die verschiedensten Auffassungen hierzu gab, oder ich einfach nur “mal gucken” kommen sollte, war ich sehr gerne zur Stelle und half. Ich wurde trotz des Altersunterschieds von allen immer als Bestandteil der Gruppe angesehen und eingebunden. Probleme gab es so gut wie keine, und wenn, dann hatte das Trainerteam immer eine Lösung parat.

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Der Tagesablauf war sehr strukturiert. Nachdem alle von der grandiosen Musikwahl Henris (YMCA, weitere 1980 Hits) um 7:00 Uhr geweckt wurden, ging es zum Frühsport, bei welchem die Kinder in zwei Gruppen aufgeteilt waren. Die einen spielten Mini-Orientierungsspiele auf dem gesamten Gelände, die anderen gingen am See entlang laufen, welcher fantastische Ausblicke zu bieten hatte.

Nach dem Frühstück um 8 Uhr hatten wir die Möglichkeit, verschiedenste Sportarten auszuprobieren. Tennis, Badminton, Schwimmen, Mountainbike, Klettern, Tschoukball, Lacrosse oder Frisbee-Golf waren dabei. Die örtlichen Sportlehrer waren sehr freundlich und man merkte ihnen an, dass sie Spaß an ihrem Beruf haben. So machte auch die Gruppe viele tolle Erfahrungen und hatte dabei großen Spaß.

Das Mittagessen war entgegen meiner Erwartungen der öden Jugendherbergsküchen ein gesundes, nahrhaftes, abwechslungsreiches und ansprechendes Essen. Auch Vegetarier und Veganer kamen nicht zu kurz.

Nach einer Pause stand ein weiteres Sportprogramm bis 17 Uhr auf den Plan. Auch hier trainierten wir mit den hauseigenen Sportlehrern, die uns in jeder Einheit die Grundlagen einer neuen Sportart beibrachten.

Nach dem Abendessen, welches gegen 18 Uhr erfolgte, hatten wir Beinarbeit, Reflextraining und Partnerübungen. Die Säbelfechter übten mit Gergely ihre Aktionen für die kommenden Turniere. Henri unterrichtete die Fechter aus dem Stoßwaffenbereich in den Grundlagen des Theaterfechtens, während die Anfänger und Fünfkämpfer bei Lisa ihre Beinarbeit und Stoßtechnik verbesserten oder teilweise sogar ganz neu erlernten. Es gab auch kleine Einheiten mit ein wenig Theorie, geträumt dem Motto „Fechten ist ein Sport für intelligente Athleten".

Die anschließende abendliche Freizeit wurde oft von leckeren Crêpes, Toasts oder frischen, selbstgemachten Pommes-Frites von Henri abgerundet. So wurden die Abende zu einem Erlebnis für die Kinder, denn jeder mag Fast-Food!

Am Donnerstag machten wir einen Ausflug an die Talsperre in Eupen. Dort gibt es einen 26m hohen Kletterturm, den einige von uns komplett erklimmen und sich auch selbst wieder abseilen konnten.

Am Freitag Abend unternahen wir in kleinen Gruppen eine Wanderung, bestückt mit Taschenlampe und Orientierungskarte. Nach den vollen 10km um den Bütgenbacher See wurden wir von „Mama" Ellen mit Hot-Dogs belohnt. Obwohl wir dadurch etwas länger wach blieben, waren wir alle am nächsten Morgen frisch und munter, zum Erstaunen unserer Trainer und Betreuer.

Dann hieß es zunächst Kofferpacken und Frühstück, bevor es um 9 Uhr morgens zum letzten Mal zum Training ging: Stand-Up Paddling und Kajakfahren bei strahlendem Sonnenschein stand auf dem Programm. Das Wiedersehen mit Eltern und Geschwistern wurde mit einem gemeinsamen Grillen gefeiert, zu dem über 100 Leute erschienen. Die Kinder präsentierten außerdem das, was sie in der Woche mit ihren Trainern gelernt und einstudiert hatten in einer musikalisch untermalten Aufführung. 

Kurzum, die Teilnahme am Camp hat Spaß gemacht, man hat viele Erfahrungen gesammelt und gelernt, Verantwortung zu übernehmen. Eine tolle Atmosphäre in der Gruppe machten die Woche zu einem wertvollen Erlebnis

Da ich das Maximalalter nächstes Jahr überschritten haben werde, denke ich darüber nach den C-Trainerschein zu machen, um als Trainer wieder dabei zu sein und mitzuhelfen.

Es war einerseits eine hervorragende Ferienfreizeit, anderseits eine gute, anstrengende Vorbereitung auf die folgende Fechtsaison. Bei allen Aktivitäten des Camps stand immer der Spaß im Vordergrund, gleichzeitig aber auch produktiv zu sein und sich vorzubereiten.

Vielen Dank an Henri und den Rheinischen Fechterbund für die wiederholte Organisation einer tollen, kreativen, sportlichen und spaßigen Woche, die leider schon viel zu früh enden musste!

Im nächsten Jahr wird die RFB-Saisonvorbereitung in Bütgenbach vom 02.-08. August (letzte Sommerferienwoche NRW) stattfinden. Die entsprechende Ausschreibung folgt bald. Wie immer wird es rechtzeitig mindestens einen Eltern-Infoabend geben, voraussichtlich im Januar 2020.